Diese Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter sollten Sie kennen!

Diese Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter sollten Sie kennen!

Für einen Leader in der heutigen Zeit ist es wichtig, die Emotionen seiner Mitarbeiter genau zu kennen und die dahinterliegenden Bedürfnisse zu erfragen.

Nach Grawe gibt es 5 menschliche Grundbedürfnisse, die somit zentral für das Verständnis von Mitarbeiterführung sind.

  1. Das Bedürfnis nach Bindung
    Hier geht es um die Beziehung zu engen Bezugspersonen, mit denen wir alle schönen und auch die schwersten Momente in unserem Leben teilen. Dieses Bedürfnis ist so wichtig, dass Babys, denen man dieses Bedürfnis verweigert, d.h. nicht mit ihnen spricht, sie nicht berührt und nicht tröstet schwerste Schäden davontragen.
    Das Bedürfnis nach Bindung ist von so großer Bedeutung, dass vergleichbare Phänomene auch bei Erwachsenen, zum Beispiel alten Menschen, die lieblos in Heimen gepflegt werden, beobachtet werden können.
    Bei Personen mit einem sicheren Bindungsverhalten wurde das Bedürfnis von Anfang an befriedigt, so das diese Vertrauen in andere Menschen haben und tragfähige Bindungen aufbauen können.
  2. Das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle
    Menschen möchten Orientierung haben und Kontrolle über sich und ihr Leben ausüben. Haben erwachsene Menschen die Erfahrung gemacht, dass sie sich am eigenen „Schopf aus dem Sumpf“ ziehen können, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch zukünftige Situationen bewältigen können. Fehlt Menschen die Erfahrung, ihre Situation verändern zu können, befinden sie sich häufig gefangen in einer Opferrolle und nehmen auch die offensichtlichsten Möglichkeiten, ihr Wohlergeben zu verbessern, nicht wahr.
  3. Das Bedürfnis nach Lustgewinn & Unlustvermeidung
    Dieses Bedürfnis ist zweifelsohne das offensichtlichste von allen. Doch Achtung, hier gilt es Missverständnisse auszuräumen. Das Empfinden von Lust und das Vermeiden von Unlustgefühlen soll hier nicht zur Lebensmaxime erhoben werden, sondern wir sollen danach streben viel Glück und positive Emotionen zu erleben, aber vor allem, indem wir unsere Grundbedürfnisse in einer ausgewogenen Weise ernst nehmen und nicht indem wir uns nur darauf fokussieren, möglichst viel Lust zu empfinden.
  4. Das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz
    Wir haben das grundlegende Bedürfnis uns kompetent und wertvoll zu fühlen. Wir möchten gerne gut über uns selbst denken und mögen es nicht, wenn andere schlecht über uns denken. Und häufig glauben wir auch (oder möchten es glauben), dass wir in dem oder jenem besser sind als andere, wir neigen dazu, unseren eigenen Wert und unsere Fähigkeiten zu überschätzen.
  5. Das Bedürfnis nach Kohärenz
    Wenn ein Ungleichgewicht herrscht und Dinge einfach nicht zusammenpassen, möchten wir das möglichst rasch beenden, wir bevorzugen den Zustand der Kohärenz, des Gleichgewichts und streben danach. Ein Zustand des Ungleichgewichts entsteht, wenn unsere Grundbedürfnisse nicht befriedigt oder angegriffen werden. Dies erzeugt Druck, der häufig durch bestimmte mentale Strategien, z.B. Abwertung der anderen und Verdrängung abgebaut wird.

Wenn ein Ungleichgewicht herrscht und Dinge einfach nicht zusammenpassen, möchten wir das möglichst rasch beenden, wir bevorzugen den Zustand der Kohärenz, des Gleichgewichts und streben danach. Ein Zustand des Ungleichgewichts entsteht, wenn unsere Grundbedürfnisse nicht befriedigt oder angegriffen werden. Dies erzeugt Druck, der häufig durch bestimmte mentale Strategien, z.B. Abwertung der anderen und Verdrängung abgebaut wird.

Wann immer eine Person eine positive Emotion wie Freude, Glück oder Stolz empfindet, wird ein Grundbedürfnis befriedigt. Bei negativen Emotionen wie Ärger, Angst oder Traurigkeit wird ein Grundbedürfnis verletzt.

Hier kann es sehr wertvoll sein, sich als Leader mit den eigenen und den Emotionen und den dahinterliegenden Bedürfnissen der Mitarbeiter zu beschäftigen.

An dieser Stelle möchte ich ihnen ein sehr zusammengefasstes Beispiel vorstellen, um diesen Zusammenhang zu verdeutlichen.

Ein Mitarbeiter zeigt häufig ein aggressives uns sehr forderndes Verhalten. In einem vertrauensvollen Rahmen sprechen Sie ihn darauf an. Er berichtet, dass er dies auch schon häufig festgestellt hat, dass er aneckt, sich vor Gesprächen mit Personen, die er nicht kannte, sehr unsicher fühlte und dass er darauf eher distanziert, aggressiv und arrogant reagiert.
Dies könnte bedeuten, dass er diese negative Emotion „Angst“ verspürt, weil er eine zukünftige Gefahr sieht. Hier kann durch erfragen das Bedürfnis, welches dahinter liegt entschlüsselt werden, nämlich das Bedürfnis nach Selbstwertschutz. Diese Person hat vielleicht in der Kindheit gelernt, sich nicht alles gefallen zu lassen und sich gegenüber anderen Kindern, die ihn häufig gehänselt haben durchzusetzen. Wenn der Mitarbeiter jetzt weiß, dass er Selbstvertrauen weiterentwickeln sollte und bei der nächsten Situation bewusst prüft, ob tatsächlich Gefahr besteht ist der erste Schritt zur Weiterentwicklung getan.

Diese Erweiterung des allgemeinen Verständnisses von Prozessen, die in uns Menschen ablaufen, können dabei helfen empathischer zu werden und stärker seine eigenen Gefühle zu beherrschen.

Wenn Sie mehr wissen möchten, kontaktieren Sie mich!

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