Mehr Wertschätzung im Team

Mehr Wertschätzung im Team

Mit diesen 8 Tipps gelingt’s

Wertschätzung: Eigentlich gar nicht so kompliziert, doch in der Umsetzung gar nicht so einfach. Zeichen mangelnder Wertschätzung begegnen uns im Alltag überall. Da ist der Freund, der einen bei Verabredungen immer warten lässt. Oder der Vorgesetzte, der andere gern vor versammelter Mannschaft an den Pranger stellt. Der Partner, der jedes Jahr den Hochzeitstag vergisst. Und da sind die Kollegen, die verstummen, sobald man die Büroküche betritt.

Mangelnde Wertschätzung verpestet jede Beziehung: egal ob dienstlich oder privat. Oftmals endet das Problem damit, dass beide Seiten einfach getrennte Wege einschlagen: Man gibt den Arbeitsplatz, die Freundschaft, die Partnerschaft auf, anstatt sich einfach mal dem Thema Wertschätzung zu widmen.

Ganz anders ist da das Team des Weiterbildungsportals www.kursfinder.de, Nachdem es auf den Postcast “Radikale Wertschätzung” aufmerksam wurde, haben mich die Mitarbeiter gefragt, ob ich im Rahmen ihrer Aktionswoche Lernen² nicht eine Session zu dem Thema beitragen könnte. Das habe ich gerne gemacht, denn Wertschätzung ist jedem ein Bedürfnis. Was viele aber nicht wissen, ist, dass man bei sich selbst anfangen muss, um Wertschätzung zu erfahren. Die folgenden 8 Tipps haben die Mitarbeiter von kursfinder.de aus meinem Wertschätzungsworkshop mitgenommen:

1. Bewusste Steuerung der Gedanken und Gefühle

Jeder kennt wohl das Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung: Sobald man ein bestimmtes Ergebnis erwartet, leistet man einen erheblichen Beitrag dazu, dass das Ergebnis am Ende auch eintritt. Was zeigt uns das? Dass die eigene Haltung den Unterschied macht. Jeder kann seine Gedanken und Gefühle bewusst steuern. “Denn unsere Gefühle werden weniger durch die tatsächliche Situation als durch unsere bewertenden Gedanken beeinflusst”, erläutert Claudia Arheit. Wer also positiv denkt, tut damit sich und seiner Umwelt etwas Gutes.

2. Wertschätzung des eigenen Ichs

Sich selbst beschimpfen, weil man einen Fehler gemacht hat, sich klein machen, weil man Ärger mit dem Chef hat, und sich negativ zureden, weil man mies drauf ist, helfen einem nicht weiter. “Man muss lernen, sich selbst zu akzeptieren. Wenn ich mich selbst mag, mag ich auch andere”, veranschaulicht Trainerin Claudia Arheit. Nur wenn wir mit uns selbst im Reinen sind, können wir anderen Wertschätzung entgegenbringen. Wer ein gesundes Selbstbewusstsein pflegt, weiß sich auch selbst wertzuschätzen. Den eigenen Selbstwert kann nämlich nur jeder für sich selbst bestimmen.

3. Aufbringen von Verständnis

Unser Urteil über andere ist schnell gefällt! “Ist die so doof!” “Was für ein Kotzbrocken!” Einmal gefällt, ist an dem Urteil kaum noch zu rütteln. Etwas mehr Verständnis für andere leistet jedoch einen großen Beitrag zu mehr Wertschätzung. Für etwas mehr Verständnis gibt Claudia Arheit einen Tipp: “Es gibt nicht die EINE Realität. Jeder konstruiert sich seine eigene Realität auf Basis von Fakten und subjektiver Bedeutungsgebung.” Mit diesem Wissen können wir anderen mit mehr Verständnis begegnen und unsere Einstellungen ihnen gegenüber verändern. “Durch die Veränderung unseres eigenen Verhaltens können wir indirekt das Verhalten unserer Umwelt beeinflussen”, ist die Business-Trainerin überzeugt.

4. Austragen von Konflikten auf der Sachebene

Wenn man innerlich kocht, fällt es gar nicht so leicht, freundlich und sachlich zu bleiben. Das ist menschlich: Jeder von uns hat Gefühlen. Wer allerdings emotional-impulsiv reagiert, macht die Sache nicht besser. Lassen Sie sich bei Konflikten nicht von Ihren Gefühlen leiten. Seien Sie stattdessen klar in Ihren Aussagen und berufen Sie sich auf belegbare Fakten. “Wichtig ist, auf Angriffe und Verzerrungen gar nicht erst einzugehen”, sagt Claudia Arheit. Probleme lassen sich auf der Sachebene leichter aus der Welt schaffen.

5. Unterbrechen von Teufelskreisen

Man fühlt sich wertlos, sucht Bestätigung von außen und drängt sich deshalb anderen auf. Und dann wundert man sich, wenn sich diese zurückziehen. Folge: Je mehr sich die anderen rar machen, umso mehr Bestätigung sucht man. Das ist eine Negativschleife, die zu einem echten Teufelskreis heranwachsen kann. Um Wertschätzung zu zeigen und zu erhalten, müssen wir solche Teufelskreise erkennen und unterbrechen. Das funktioniert am besten durch Distanz. Man muss sich aus dem negativen Gefühl herausbegeben, aufhören, in Selbstmitleid zu baden, und sich stattdessen in die Rolle eines neutralen Beobachters hineinversetzen. “Wenn wir es bis hierhin geschafft haben, entdecken wir auch die Handlung, mit der es uns gelingt, das Konfliktkarussell anzuhalten”, so Claudia Arheit.

6. Wahrnehmung nonverbaler Kommunikationssignale

Ein Blick sagt manchmal mehr als tausend Worte: Denn man kann andere selbst ohne Worte wert- oder geringschätzen. “Man kann nicht nicht kommunizieren”, erläutert Expertin Claudia Arheit. 80% unserer Kommunikation verläuft nonverbal, nur 20% verbal. Das muss man sich bewusst machen. Welche Körpersignale sende ich aus? Was strahle ich aus? Mit welchen Signalen reagiert mein Gegenüber? Wer auf seine nonverbale Kommunikation achtet, kann diese bewusst einsetzen, um anderen Wertschätzung entgegenzubringen. Legen Sie also häufiger mal ein Lächeln auf!

7. Selbstoffenbarung anstatt Projektionsspielraum

Viele glauben, dass Selbstoffenbarung im beruflichen Kontext nichts zu suchen hat. Die Folgen fehlender Selbstoffenbarung bemerken wir jedoch schnell: Der Kollege, der nichts von sich selbst preisgibt, sich stets zurückhält, wird gemieden und schnell zum Opfer von Lästereien. Warum? Weil sein Verhalten viel Spielraum für Projektionen, Fantasien und Interpretationen bietet. Wer mehr von sich preisgibt und sich nicht zu sehr verschließt, kann Interpretationen und Projektionen von vornherein den Wind aus den Segeln nehmen. Also weg mit dem Pokerface!

8. Verteilen und Annehmen von konstruktivem Feedback

Konstruktives Feedback geht Hand in Hand mit Wertschätzung einher. Jemanden wertzuschätzen, heißt nämlich nicht, ihn sanft in Watte zu packen und zu allem “Ja und Amen!” zu sagen. Mit konstruktivem Feedback kann jeder leben. Dieses zu geben und anzunehmen hilft in der persönlichen, aber auch bei der Teamentwicklung weiter. “Feedback sollte grundsätzlich neutral bis positiv sein”, empfiehlt Business-Trainerin Claudia Arheit. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass keine unangenehmen Dinge gesagt werden dürfen, “sie sollten nur die hervorgerufene Reaktion angemessen beschreiben und wertfrei bleiben.”

Teilnehmerstimme

Der Workshop mit Claudia war toll aufbereitet und absolut kurzweilig. Wenn man an das Thema “Mehr Wertschätzung im Team” denkt, denkt man an vieles, aber vermutlich weniger an Selbstreflexion. Dass Claudia diesen Ansatz gewählt hat, hat uns anfangs etwas überrascht. Doch nach ihren Ausführungen war schnell klar, wie eng Selbstbild und innere Einstellung mit Wertschätzung verknüpft sind. Als Team wird uns dieser Workshop voranbringen. Er war eine tolle Grundlage, auf der wir nun im Nachgang aufbauen können.Vanessa Schäfer, Head of Content bei kursfinder.de

Wenn Sie mehr wissen möchten, kontaktieren Sie mich!

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